Henry Litolff (1818-1891)

Bedeutung und Einfluss im Musikleben Russlands

Niebuhr, Ulrich

Baden-Baden: Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV) 1. Auflage, 2011
Broschur, 24 Seiten, 148 x 210 mm

9.95 €* (19,95 SFr)
ISBN: 978-3-86888-028-1

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In vorliegender Abhandlung geht es um die bisher nicht erkannte Bedeutung des großen Pianisten, bemerkenswerten Komponisten, Dirigenten und Verlegers Henry Litolff (1818–1891): zum einen für die Musik Mitteleuropas in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, zum anderen und ganz besonders für das Konzertleben Russlands in den 60er und 70er Jahren des gleichen Jahrhunderts. 

Aufmerksamkeit wird gelenkt auf die bisher völlig unbeachtet gebliebene Rolle der Konzerte für Klavier und Orchester Litolffs, welche die Popularität der Konzerte Anton Rubinsteins zuminderst erreichten, wenn nicht sogar übertrafen.

Litolffs Einfluss auf Peter Tschaikowsky wird am Beispiel der programmatischen Litolff-Ouvertüren und vor allem an seinem höchst erfolgreichen, von großen Pianisten Europas immer wieder aufgeführten Klavierkonzert d-moll op. 102 dokumentiert.

Mili Balakirews ausdauernder Einsatz für die Verbreitung von Litolffs Musik in Russlands Konzertleben wird an mehreren Beispielen deutlich. 

Die lückenlosen Veröffentlichungen sämtlicher Konzertereignisse im Russland der damaligen Zeit und auch in Westeuropa durch die „Neue Zeitschrift für Musik“ ermöglichten es, die Bedeutung Henry Litolffs für das russische Musikleben präzise mit Daten zu untermauern.

 

Short Summary

The following essay about the great pianist, remarkable composer and conductor Henry Litolff (1818 – 1891) tries to emphasize the completely underestimated rank of this extraordinary personality. He was one of the main figures in musical life of the capital cities not only in Western Europe, but also and particularly in Russia’s music centers St. Petersburg and Moscow.

Special attention is focussed on Litolff’s piano concertos which still today are almost completely unknown, which, however, in Russia during the years between 1860 and 1880/90 sometimes even topped the popularity of the Anton Rubinstein concertos.

Litolff’s influence on Tchaikovsky’s overtures as well as on the b-flat minor concerto is discussed on the basis of convincing examples.

The strong and lasting impression that Henry Litolff left on Mili Balakirew, the organizer of the Petersburg “Five”, is indicated by the fact of Balakirew’s never ceasing endeavour to make Litolff’s sinfonic music popular in Russia.

The special role of the “Neue Zeitschrift für Musik” by constant publications of concert events made it possible to verify Litolff’s importance for Russia’s musical life with precise dates.

Niebuhr, Ulrich

Ulrich Niebuhr studierte fünf Jahre Schulmusik an der Musikhochschule Hamburg; danach Klavier in der Meisterklasse von Professor Eliza Hansen in Lübeck sowie Englisch an der Universität Hamburg. In Wilmington, Delaware (USA), war er als Dozent für Klavier an einem Konservatorium in der Nähe von Philadelphia, der „Wilmington Music School“, tätig. Die dort gesammelten wertvollen musikpädagogischen, künstlerischen und menschlichen Erfahrungen waren prägend für seine weitere berufliche Entwicklung.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland und dem Abschluss des Anglistik-Studiums mit Staatsexamen an der Universität Frankfurt am Main arbeitete er zunächst als Programmgestalter in der Musikabteilung des Hessischen Rundfunks. Es folgte eine langjährige Tätigkeit als Musiklehrer an einem Frankfurter Gymnasium und etwas später auch als Dozent an Dr. Hoch’s Konservatorium.

Schon früh hat sich der Autor mit der Musik Osteuropas, besonders jedoch der russischen Komponisten des 19. Jahrhunderts wie Tschaikowsky, Rimsky-Korssakow und Rachmaninoff beschäftig

Seine eigenen pianistischen Erfahrungen in Konzerten mit Orchestern kamen ihm dabei zugute, zum Beispiel bei der wissenschaftlichen Analyse von Klavierkonzerten der Romantik und Spätromantik (bis ca. 1910). Besondere Resonanz, auch im Ausland, erreichte seine grundlegende Arbeit über den „Einfluss Anton Rubinsteins auf die Klavierkonzerte Peter Tschaikowskys“ (in: „Die Musikforschung“, Bärenreiter-Verlag).

Neben musikwissenschaftlichen Studien galt das Interesse des Autors schon früh der Zeitgeschichte vor allem des „Dritten Reichs“ – ein Thema, das durch die eigenen Kindheitserfahrungen besondere Bedeutung für ihn gewonnen hatte und noch hat.

Ulrich Niebuhr lebt in Bad Vilbel bei Frankfurt am Main.

Alle beim DWV erschienenen Titel:

Henry Litolff, Musikleben Russlands (2. Hälfte 19. Jahrhundert), Peter Tschaikowsky, Hermann Laroche, Mili Balakirew