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	<title>Verdinglichung - Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV)</title>
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	<description>International Scientific Publishers, Baden-Baden</description>
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		<title>Hodiezentrik und Klickseligkeit. Über Spielarten von Gegenwart. Florilegien, Teil 2. Essay Nr. 5</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner E. Gerabek]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2020 10:30:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Kleben an der Gegenwart (Hodiezentrik) und den digitalen Medien (Klickseligkeit) wird in diesem neuen Essay-Band mit 21 Rezensions-Florilegien als die augenfälligste Veränderung unserer Kultur angesehen und hat die Auswahl der Lektüren bestimmt. Jenes Kleben verändert unter unseren Augen und – ob wir wollen oder nicht – mit unserer Beteiligung das alte Europa in früher nicht vorstellbarer Weise. Ein wichtiges Antriebsmoment ist ganz offensichtlich technologischer Natur, verspricht aber auch geschäftlich reiche Beute. Offenbar hat es&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1">Das Kleben an der Gegenwart (Hodiezentrik) und den digitalen Medien (Klickseligkeit) wird in diesem neuen Essay-Band mit 21 Rezensions-Florilegien als die augenfälligste Veränderung unserer Kultur angesehen und hat die Auswahl der Lektüren bestimmt. Jenes Kleben verändert unter unseren Augen und – ob wir wollen oder nicht – mit unserer Beteiligung das alte Europa in früher nicht vorstellbarer Weise. Ein wichtiges Antriebsmoment ist ganz offensichtlich technologischer Natur, verspricht aber auch geschäftlich reiche Beute. Offenbar hat es auch die Eigenschaft, andere Schwungräder zum Stillstand zu bringen, zumal das Lesen von Büchern, die altehrwürdige Lesekultur oder, allgemeiner, den Umgang des Menschen mit der Realität über die Abstands- und Platzhalter der Buchstaben. Lange Texte werden als Bleiwüsten, gute Menschen als Gutmenschen diffamiert. Wer liest, stiehlt dem lieben Gott, an den keiner mehr glaubt, wertvolle Zeit, deren sinnvolle Verwendung mit immer besseren Präzisionsinstrumenten unter Bewachung steht. So gesehen macht es Sinn, dass wir die Schulen mit Digitalisierungswellen überziehen. Interessant ist dabei der Aspekt einer digitalen „Kultur der Vergesslichkeit durch Angebotsüberfülle“. Das leistet Amnesien Vorschub und würde Anamnesen behindern, falls wir eines Tages aufwachten und die Folgen unseres absichtslosen Tuns erkennten. Gedächtnis, Erinnerung und Buchstaben gehörten als Ensemble seit Jahrhunderten zur Grundausstattung europäischer Bildungsanstrengungen. Fielen sie weg, obsiegten dann Spontaneität und Zerstreuung über Verlässlichkeit und Aufmerksamkeit? Müssten sich dann alle Tattoos auf die Haut brennen als tribales Gegenmittel zum grassierenden Gedächtnisschwund – mein eigener Körper als ein letztes Reservoir für Lebenssinn und privates Gedächtnis? Aber wer genau hat das gewollt, geplant und über welche Kanäle weltweit durchgesetzt? Waren es wieder einmal, man kann es nicht mehr hören, die „Märkte“, die angeblich immer genau wissen, was die Stunde geschlagen hat? Europas Weg wäre dann vom Christentum (Seelenheil) über das Konsumententum (Körperwohl) in das „Heutetum“ (Allgegenwart, Hodiezentrik) gegangen, was auch eine Leistung ist. Die letztere Etappe ist in Romanform schon 1932 gestaltet worden, in Huxleys <i>Brave New World</i>. Kernsätze: <i>History is bunk</i> und <i>FORD (der Autobauer) is LORD (der neue Gott)</i>. Eine solche Welt ist zwar sicher neu, schön ist sie wahrscheinlich aber nicht.</p><p>The post <a href="https://dwv-net.de/produkt/hodiezentrik-und-klickseligkeit/">Hodiezentrik und Klickseligkeit. Über Spielarten von Gegenwart. Florilegien, Teil 2. Essay Nr. 5</a> first appeared on <a href="https://dwv-net.de">Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV)</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Auge und Geist. Können Bilder sprechen? Florilegien aus der letzten Zeit. Essay Nr. 4</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner E. Gerabek]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jun 2019 14:32:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Gutenberg meets Zuckerberg: Die geschäftlich forcierte und globale Ausweitung des Sehsinns durch eine Vielzahl von elektronischen Medien muss unter Kontrolle gebracht werden, am besten durch eine Rückkehr zu den traditionellen Tugenden einer Geduld und Muße verlangenden Lesekultur.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Ernst Barlachs Holzfiguren gehört bekanntlich die Holzplastik des Lesenden Klosterschülers aus dem Jahr 1930, einer Ikone aus der Zeit der Gutenberggalaxis, die auch in Alfred Andersch‘ Roman „Sansibar oder der letzte Grund“ von 1957 eine wichtige Rolle spielt. Springen wir in unsere Zeit, sind die Bücherregale leergefegt und die Klosterschüler in die Umschulungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit einbezogen, damit sie zu nützlichen Helfern beim Zerstören der Welt durch materielle Hyperproduktion werden können. Denn eine andere als eine nützliche Bildung können wir uns nicht mehr vorstellen, sodass niemand mehr zu Hause bleiben kann und alle losfahren müssen, um Grundstücke zu bebauen, Flugzeuge zu starten oder Sozialprodukte zu steigern. Die Ökonomisierung von allem ist uns prächtig gelungen – <em>chapeau</em>! Leider hat der Zauberlehrling den Zauberspruch zum Stoppen des Ganzen zu lernen versäumt und muss nun zusehen, wie ihm die Wachstumsraten um die Ohren fliegen, seien es demografische, migrationsspezifische oder eben umweltbelastende. Greta Thunberg, eine 16-jährige Mischung aus der Garbo und Jeanne d‘Arc, bildungsbürgerlichem Elternhaus entstammend, das früher die Partei der Grünen gewählt hätte, führt nun einen Kinderkreuzzug gegen die Umweltsünden der Väter an, als kehre das Jahr 1968 zurück, als Väter auch buchstäblich Leichen im Keller hatten, zu denen sie sich aber nicht bekennen wollten. Dabei lässt sich die Jugend in den SUVs der Eltern zur Demo fahren oder von ihr abholen, und für jede Urlaubsreise wird selbstredend ein „Flieger“ zum Einsatz kommen. Und nicht nur in der Autoindustrie wird inzwischen so skrupellos und ohne jedes Schuldbewusstsein betrogen, dass sich die Kabelbäume biegen, offenbar nach einem bekannten pseudoliberalen Motto des <em>Enrichissez-vous</em>. Diese Welt ist verrückt geworden, verrückt vor Aktivitäten und Aktionismen. Deshalb scheint es mir auch in diesem Essay ratsam, Morsezeichen aus der Gutenberggalaxis auszusenden und den Rat zu geben, doch wieder in die Bücher zu schauen, statt auf den Globus zu starren, etwa „um dich zu sehen, törichte Erde“ (Boethius). Das Angebot einer Gesamtschau, das solche Bücher dann anbieten können, mag nicht in jedem Fall zufriedenstellen, aber in einer solchen Zeit sollte man den Stimmen der Mahner wieder größeren Respekt zollen und etwa Hermann Kinders scherzhaften Rat hören, dem „Auge zur medialen Fastenkur“ einen Aufenthalt „am Nordkap“ zu verordnen. Auge und Geist müssen wieder lernen, aufeinander mehr Rücksicht zu nehmen. Wer etwas erlebt hat, muss es anschließend nach den Regeln der abendländischen Kultur verarbeiten, damit er die Kontrolle nicht verliert und nicht zum Getriebenen wird. An diese Tradition knüpfen die hier vorgelegten sechzehn Buchbesprechungen frohgemut an. …</p><p>The post <a href="https://dwv-net.de/produkt/auge-und-geist-koennen-bilder-sprechen-florilegien-aus-der-letzten-zeit-essay-nr-4/">Auge und Geist. Können Bilder sprechen? Florilegien aus der letzten Zeit. Essay Nr. 4</a> first appeared on <a href="https://dwv-net.de">Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV)</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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