Dichtung und Medizin

Zur Persönlichkeitsstruktur, körperlichen Verfasstheit in seinem dichterischen Schaffen und zur medizinischen Profession der Arztfiguren in den Werken Gerhart Hauptmanns

Dieckhöfer, Klemens

Baden-Baden: Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV) 1. Aufl., 2012
Broschur, 249 Seiten, 148 x 210 mm

34.95 €* (59,95 SFr)
ISBN: 978-3-86888-051-9

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Gerhart Hauptmann und die Ärzte – ein faszinierendes, bisher unerforschtes Beziehungsgeflecht mit zahlreichen Strängen, die sich gelegentlich zerspleißen, häufiger vernetzen, verflechten, zu Knäueln ballen. Gerhart Hauptmann, der Dichterfürst, der Nobelpreisträger bringt in seine Begegnung mit den Ärzten sich selbst ein: als homo patiens, der am eigenen Leib schwerstes Kranksein erfährt, der durch eigenes Leiden zum Mitleidenden wird und der sich aller „zum Umfallen geborenen" Kreatur nicht nur als Mitfühlender, sondern auch als Wissender annimmt. In Zürich, Stralsund, Leubus und andernorts hat sich Hauptmann zum fähigen Laienpsychiater ausgebildet, hat Auguste Forel als Famulus durchs Zürcher Burghölzli begleitet, hat als Verstehender Psychologe Sigmund Freuds Verdrängungs-Analyse verwerfen müssen und stand zeit seines Lebens mit Handwerkschirurgen, Naturheilkundlern und Laienheilern im Austausch.

36 Arztfiguren hat Klemens Dieckhöfer herausgearbeitet – zwanzig davon aus den abgeschlossenen Werken, den Rest aus Fragmenten (bzw. aus teils unveröffentlichten Korrespondenzen) –: der promovierte Germanist, forensische Psychiater, Professor für Medizingeschichte brachte mit seiner weit ausgreifenden, die Soziologie mit einbeziehenden Ausbildung jene Voraussetzungen mit, die es erlaubten, Gerhart Hauptmann in seiner zeitlich-räumlichen Bedingtheit darzustellen und in seinen bioergopathographischen Dimensionen auszuloten. Dabei gelang es auch nachzuweisen, daß Hauptmann seine schlesische Bergheimat nie verlassen konnte, obwohl er das Auswandern jüdischer Freunde in die USA nach 1933 guthieß und auch literarisch gestaltete.

Dieckhöfer, Klemens

Prof. Dr. med. Dr. phil. Klemens Dieckhöfer, geb. 1938, 1959-1965 Studium der Medizin, germanischen und lateinischen Philologie sowie Psychologie (Univ. Bonn und Münster), 1965 med. Staatsexamen, 1968 Promotion zum Dr. med. (Univ. Münster), 1972 Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, 1974 Habilitation in Neurologie und Psychiatrie, 1975 Erweiterung der Venia legendi für Geschichte der Medizin, 1979 Ernennung zum apl. Professor (Univ. Bonn), 1982 Diplom der Med. Fakultät der Univ. Santiago/Chile, 1982-1986 C3-Professur in Bonn, 1981-1986 Lehrauftrag für Geschichte der Medizin (Univ. Essen), 1992 an der Univ. Witten-Herdecke, 2012 Promotion zum Dr. phil. an der Palacký-Univ. Olmütz/Olomouc, seit 1986 Gerichtsgutachtertätigkeit in Bonn.

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