Dichter und Gedicht im lyrischen Selbstverweis

Zur Poetologie des französischen Symbolismus

Coenen-Mennemeier, Brigitta

Baden- Baden: Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV) 1. Auflage, 2007
Broschur, 106 Seiten, 150 x 210 mm

27.80 €* (48,90 SFr)
ISBN: 978-3-935176-70-5

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<p>Zum Wesen der französischen Lyrik des 19. Jahrhunderts gehört die Ipsoflexivität. Sie verleiht dem Gedicht einen zusätzlichen Reiz und eine tiefere Bedeutung. Die vorliegende Untersuchung zeigt an zahlreichen Beispielen großer, im weitesten Sinne symbolistischer Autoren auf, wie sich die konstitutiven Elemente der poetischen Sprechsituation (Dichter, Textform und -inhalt, Inspirationsquellen, Leser) im Gedicht selbst thematisiert finden. Das ipsoflexive Dichten präsentiert sich dabei vor allem als existentielle Auseinandersetzung des Sprechers mit einer verständnislosen Gesellschaft und als Suche nach sprachlicher und thematischer Erneuerung (vgl. Rimbaud). Der Dichter selbst erscheint im Gedicht sowohl als wiedererkennbare historische Figur (insbesondere bei Verlaine) wie auch als entrückter, allegorisch verfremdeter Geheimnisträger (insbesondere bei Mallarmé). In der Verletzbarkeit seiner – isolierten – Diskurssituation begegnet er dem innertextuellen Leser mit Sehnsucht und Skepsis zugleich: Schon kündigt sich das <em>Zeitalter des Mißtrauens </em>an.</p>

Coenen-Mennemeier, Brigitta

Brigitta Coenen-Mennemeier studierte Romanistik, Germanistik, Anglistik und Philosophie in Münster und Paris. Nach Ablegung beider Staatsexamina und der Promotion (1956) war sie einige Jahre als Gymnasiallehrerin tätig. Von 1961 bis 1992 lehrte sie am Romanischen Seminar der Universität Münster, seit 1970 als Studienprofessorin, nach der Habilitation seit 1975 als Professorin für Französische Literatur. Den Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit bildet die französische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Zu ihren zahlreichen Publikationen gehören Monographien zu Paul Claudel (1956), Jean Anouilh (1964) und Nathalie Sarraute (1974) sowie gattungstypologische Untersuchungen zur Lyrik (1963), zum modernen Theater (1966) und zum Nouveau Roman (1996). Neuere Buchveröffentlichungen: Französische Dichterinnen (1997), Der schwache Held (1999), Abenteuer Existenz (2001), Das lyrische Du (2004), Emmanuel Bove (2006).