Vom Leben und Sterben des Bewusstseins. Die Verdrängung des „Unbewussten“

Eine psychologische Studie mit ethnologischem Hintergrund

Aschwanden, Herbert

Baden-Baden: Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV) 1. Aufl., 2016
Broschur, 129 Seiten, 148 x 210 mm

29.95 €* (36,95 SFr)
ISBN: 978-3-86888-117-2

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Eine Einfachheit angesichts der verwirrenden Vielfalt der wissenschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Theorien über das Bewusstsein zu suchen, ist ein Anliegen dieser Studie. Sie konzentriert sich auf die verwirrenden Konstrukte des Unbewussten. Freud bezeichnete den Ausdruck „Das Seelische ist das Bewusste“ als ein Vorurteil. In der Dunkelheit des Unbewussten und in den vielen komplexen psychologischen und philosophischen Deutungen ist der Weg zu einem einfacheren Verständnis des Bewusstseins schon längst verloren gegangen. Das Unbewusste ist ein Stiefkind einer einseitigen analytischen Denkweise. Bewusstheit ist eher ein außergewöhnliches als ein regelmäßiges Attribut psychischer Prozesse, meint die Psychoanalyse. Das Thema des Buches verneint diese Deutung, denn bereits das Kind in der Gebärmutter erlebt erste Bewusstseinsprägungen. Und – eine Parallele dazu: Als die Evolution „plante“, aus dem Unbewussten der physikalischen Welt auszusteigen, konnte sie wohl nur das Bewusstsein „erfinden“. Das Unbewusste machte Platz für das Bewusstsein, die Materie erhielt ein besonderes „Leben“, aber das Geistige musste mit der Materie zusammenarbeiten. Der Mensch formt sein Leben nur in den Ich-Wir-Beziehungen seiner sozialen und natürlichen Umwelt, die ihn symbolisch prägen und ihn selbst schöpferisch aktiv werden lassen. Bewusstsein ist Symbolik. Aber bleibt dem Menschen nicht doch vieles unbewusst? Dazu die folgende Deutung. Die Zwei-Einheit von analytischem und symbolischem Bewusstsein schafft die kreative Symbolik des Menschen. Es gibt keine Symbolik ohne analytische Erfahrungen, die in Identifizierungen das Symbolische gestalten. Symbole werden stets bewusst erlebt, aber ihre Bedeutung kann oft nicht erkannt werden. Dieses Unbewusste entspricht ausschließlich einem analytischen Manko und keiner ontologischen Struktur der Psyche. Das Manko folgt aus der Dissoziation im Ich-Wir-Verhältnis. Wird eine adaptierende Ich-Wir-Verbundenheit aufgrund eines existenziellen Mankos aufgelöst oder kann sie sich gar nicht aufbauen, verbleibt eine Spaltung oder Dissoziation im psychischen Ich-Wir, es verwirklichen sich krankhafte und zerstörerische symbolische Gestaltungen, die sich in die Lücke als ‚sprechende‘ und bewusste Symbole zwängen. Kritik am Unbewussten kann nur wirksam werden, wenn auch eine tragfähige Alternative gezeigt werden kann. Die Kerngedanken dieser Studie versuchen, eine Alternative tragfähig zu machen. Die Basis dieser Studie ruht auf ethnologischen Studien in
Afrika und therapeutischen Gesprächen in einer ärztlichen Praxis in der Schweiz.

Aschwanden, Herbert

Herbert Aschwanden, geb. 25.9.1933 in Wängi/TG, Schweiz, Primar- und Sekundarschule, Lehre als Filmdrucker (Siebdruck), „Schnellbleiche“ für Matura 1953, Medizinstudium und Abschluss mit Doktorat in Zürich 1961, Heirat 1961 (5 Kinder), weitere medizinische Ausbildung in der Schweiz und Südafrika 1961–1965, 1965–1971 medizinische Tätigkeit an einem Missionsspital in Süd-Rhodesien, verbunden mit ethnologischen Studien bei den Karanga-Leuten, 1971–1989 Privatpraxis in der Schweiz: Allgemein-Praxis mit bewusstseinsanalytischer Gesprächstherapie, 1989–2013 medizinische Tätigkeit an zwei Buschspitälern in Simbabwe, 2013 Rückkehr in die Schweiz

Psychologen, Ethnologen, Studenten, Wissenschaftler, interessierte Laien

Symbolisches und analytisches Bewusstsein, Mondualismus, Unbewusstes, Sprache, „primitives“ Denken, Symbolinterpretation und -projektion, analytisches Manko, Träume und Mythen, psychiatrische Erkrankungen