Psychologie der Kunst

Schöpferische Aktivitäten - Ästhetische Erfahrung

Szendrödi, Gyözö

Baden-Baden: Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV) 1. Aufl., 2015
Broschur, 251 Seiten, 148 x 210 mm

34.95 €* (44,95 SFr)
ISBN: 978-3-86888-092-2

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Kunst ist eine spezifische Form zwischenmenschlichen Austausches, die sich trotz schwer bestimmbarer Grenzbereiche markant von anderen Kulturdomänen der Welterkundung abhebt. Die Zielsetzung der im Buch dargelegten Gedanken besteht in der Erfassung der Kunst als Medium kommunikativer Bedürfnisse. Es werden Vorgänge mit dem Instrumentarium empirischer Psychologie untersucht, die zum einen (auf der Senderseite) schöpferische Aktivitäten begleiten und zum anderen (auf der Empfängerseite) mit dem unverwechselbaren Gefühl ästhetischer Erfahrung aufwarten. Anhand der Analyse von Werken diverser Epochen – aus unterschiedlichen Kunstsparten – werden Befunde vorgelegt, die belegen, dass die steuernde Kraft gesellschaftlicher Verhältnisse zwar formale und inhaltsbezogene Änderungen zu bewirken vermag, diese Veränderungen werden jedoch von einem Sinnprinzip getragen, welches wohl Metamorphosen seines Gegenstandes, nicht jedoch Mutationen des von Kunst dargestellten kommunikativen Aktes zulässt. Hervorbringungen des aktuell beobachtbaren Kunstbetriebs werden nach Kriterien des vermittelten Ausdrucksgehalts einem Dreiklassensystem zugeordnet. Darin werden fragwürdige Schöpfungen von absonderlicher, mit Kunst lediglich in ihrer Ambition, Kunst zu sein, vergleichbarer Gestalt als Artoiden beurteilt, während neuen Medien mit technisch bedingt uneingeschränktem ästhetischen Potenzial (etwa Fotografie) die Qualität zeitgemäßer Metamorphosen der Kunst zugesprochen wird. Neu entstandene Kunstarten, deren ästhetische Wirksamkeit wegen ihres reduzierten semantischen Gehaltes als limitiert erscheint (z. B. Videokunst), werden schließlich den Kunst-Derivaten zugeordnet. Durch das logische Gerüst dieser Dreiteilung erhält der Leser natürlich anmutende Hilfsmittel, um souverän beurteilen zu können, ob ein mit Neuartigkeit und Fremdheit aufwartendes Kunstwerk das Potenzial aufweist, ästhetische Erfahrungen zu vermitteln, welche es lohnend erscheinen lassen, sich mit der Vorlage geistig intensiv auseinanderzusetzen.

Szendrödi, Gyözö

Der Autor Dr. Gyözö Szendrödi wurde 1942 in Budapest geboren und strebte seit frühester Jugend eine schriftstellerische Karriere an. Aus politischen Gründen musste er 1967 Ungarn verlassen. In Wien studierte er Psychologie, Kunstgeschichte sowie Philosophie und schloss sein Studium mit einer Dissertation bei Giselher Guttmann über psychische Mechanismen bei der Entstehung ästhetischer Erfahrungen ab. Mit seinem Doktorvater konstruierte er später den computergestützten kognitiven Leistungsdefizit-Test (FAMOUS, Athena-Verlag, Oberhausen 2002). Während und nach dem Studium veröffentlichte der Autor literarische Werke in Emigrantenzeitschriften und schrieb auf Deutsch den Erfolgsroman Jacques Hilarius Sandsacks Psychoschmarotzer (Athena-Verlag, 2001), deren Figuren er aufgrund seiner beruflichen Erfahrungen in der Vor-Ort-Psychiatrie entwarf. Zwischen 1982 und 1989 betreute er nahezu alle künstlerisch ambitionierten psychisch Kranken, die in extramuralen Einrichtungen der Stadt Wien behandelt wurden. Aus den für ihn gleichwertigen Erfahrungen im künstlerischen und wissenschaftlichen Bereich ergab sich beina- he mit Naturnotwendigkeit die Entstehung der Arbeit Psychologie der Kunst …, in der das Medium „Kunst“ sowohl von der schöpferischen Seite wie auch aus dem Blickwinkel des Rezipienten betrachtet mit dem Instrumentarium wissenschaftlicher Psychologie untersucht wird.

Kunst, Psychologie, Ästhetik, Kunstpsychologie, Stilrichtungen, Kunsttheorie, Kunstgenuß