Die nichtregierte Gesellschaft

Gemeinsame Prinzipien des alten chinesischen Taoismus mit dem modernen europäischen Liberalismus

Löwenstein, Shimona

Würzburg: Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV) 1. Auflage, 2001
Broschur, 192 Seiten, 150 x 210 mm

19.80 €* (31,25 SFr)
ISBN: 978-3-935176-05-7

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Traditionelles chinesisches und europäisches Denken werden meist als verschiedenartige Phänomene betrachtet und daher werden - mit wenigen Ausnahmen - nur zeitlich und thematisch verwandte Inhalte miteinander verglichen. Es gibt jedoch Aspekte des klassischen chinesischen Taoismus, die erstaunliche Ähnlichkeiten mit dem mehr als zweitausend Jahre jüngeren und aus ganz anderen historischen Motiven entwickelten europäischen Liberalismus aufweisen. Dabei handelt es sich keineswegs nur um nebensächliche Einzelheiten, sondern um die wichtigsten Prinzipien beider Lehren, deren wesentliche Aussagegehalte und Konsequenzen, trotz aller zeitlich und kulturell bedingten Unterschiede, in ihrem Anliegen identisch sind.

Der klassische Taoismus geht von einer spontanen Selbstorganisation der Welt und aller ihrer Untersysteme nach einem dialektischen Prinzip aus, die in bestimmten Denkansätzen des europäischen Liberalismus ebenfalls vorkommt. Die menschliche Gesellschaft wird daher übereinstimmend als ein sich selbst regulierendes System und Eingriffe der Menschen in dessen spontane Abläufe als Störungen aufgefaßt. Damit hängt auch die grundsätzlich ablehnende Einstellung beider Theorien gegenüber staatlicher Tätigkeit zusammen, die einerseits im taoistischen Prinzip des Nichtstuns des Herrschers oder dessen Auffassung als Wächter, andererseits in den liberalen Theorien der Machtbeschränkung zum Ausdruck kommt. Auch die Handlungsmaximen beider Lehren und das Postulat der Freiheit in ihren verschiedenen Auffassungen besitzen gemeinsame Aspekte. Interessant sind ferner die parallelen Abweichungen vom klassischen Liberalismus, die inhaltliche Ähnlichkeiten mit Umdeutungen des späteren Taoismus aufweisen.

Durch einen Vergleich von theoretischen Prinzipien, gesellschaftlichen Konzepten und konkreten Ansichten des alten chinesischen Taoismus mit den Theorien der wichtigsten Vertreter des abendländischen Liberalismus werden hier all diese Gemeinsamkeiten zum ersten Mal systematisch aufgedeckt und erörtert.

Löwenstein, Shimona

Shimona Löwenstein stammt aus Prag und lebt seit 1979 in Berlin. Buchpublikationen: Emanuel Rádl. Philosoph und Moralist. 1873-1942 (Dissertation), Frankfurt am Main u. a. 1995; Filosof a moralista Emanuel Rádl (Populäre tschechische Version), Prag 1994; Die nichtregierte Gesellschaft. Gemeinsame Prinzipien des alten chinesischen Taoismus mit dem modernen europäischen Liberalismus, Würzburg und Boston 2001; Iwan, der Zauberlehrling oder Das Ende der Zauberei in Deutschland (Roman), München 2005; Geisteswissenschaftler in Charlottenburg, Berlin 2008; Bildung zur Dummheit?, Neobooks 2013; Appeasement und Überwachung. Neue Formen der Kriminalitätsbekämpfung, Neobooks 2014; Umweltschutz oder Klimawahn? Der Paradigmenwechsel der Umweltpolitik, Neobooks 2015; Am Ende des Wohlstands. Irrwege und Fehlentwicklungen der Reformpolitik, Neobooks 2015.

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Taoismus- Liberalismus - Gesellschaft - politische Philosophie - Selbstorganisation