Die Luftschlacht gegen Hitler

Analyse einer britischen Niederlage

Hörner, Stefan

Baden-Baden: Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV) 1. Aufl., 2017
Broschur, 322 Seiten, 148 x 210 mm

29.95 €* (36,95 SFr)
ISBN: 978-3-86888-126-4

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Die britische Luftkriegsführung gegenüber Deutschland war darauf abgestellt, Stadtzentren, Versorgungseinrichtungen und Wohnbezirke vor allem der Arbeiterschaft zu zerstören, nicht aber Industriebetriebe. So wurden, um nur ein Beispiel zu nennen, von Ende Juli bis Anfang August 1943 weite Teile Hamburgs in Schutt und Asche gelegt und 30.000 Menschen getötet, die Werften, auf denen U-Boote gebaut wurden, blieben verschont. 
Zum Luftkrieg über Deutschland gibt es inzwischen zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen von Gewicht. Die hiermit vorgelegte Studie Stefan Hörners ergänzt die bisherige Literatur um eine weitere Veröffentlichung von Gewicht. Sie beruht auf einer gründlichen Kenntnis des einschlägigen Schrifttums, vor allem aber auf sorgfältigen und langwierigen Recherchen in mehreren Archiven. Zunächst erörtert der Autor die britische Konzeption des Luftkriegs. Sodann behandelt er die Produktion der für einen Krieg nötigen Kampfmittel in Deutschland und berücksichtigt dabei vor allem die deutsche Engpaßproduktion im Bereich der Chemie, der Treibstoffe und von Buna. Seine Untersuchung gilt in den folgenden Kapiteln den alliierten Luftangriffen ab 1940. Sehr ausführlich wird das Angriffsziel Ludwigshafen-Mannheim besprochen. Sodann werden Braunschweig, die Hermann-Göring-Werke bei Salzgitter, Hannover, Kassel und Pforzheim in den Blick genommen. Schließlich geht es um die Bombardierung von Arbeitervierteln und um britische Präzisionsangriffe gegen einzelne Ziele. Die Studie belegt eindeutig, daß der von Großbritannien geführte Luftkrieg der Zivilbevölkerung galt und deshalb mit dem Völkerrecht nicht vereinbar war. Die amerikanische Luftwaffe wählte in weit stärkerem Maße rüstungswirtschaftlich wichtige Ziele aus. Hätten die Briten ihre Luftkriegs-Strategie ähnlich ausgebildet, wäre der Krieg wohl deutlich früher beendet worden. Es handelt sich um eine eindringliche Untersuchung, die man mit großem Gewinn liest. (Aus dem ‚Geleitwort‘ von Prof. Dr. Hans Fenske)

Hörner, Stefan

Die Veröffentlichung seines Werkes erlebte Stefan Hörner nicht mehr. Er verstarb am 31. Dezember 2016 im Alter von nur 55 Jahren. Geboren wurde er am 3. Oktober 1961 in Ludwigshafen. Dort machte er 1981 Abitur. Danach nahm er ein breit angelegtes Studium auf: Geschichte, Politische Wissenschaft, Geographie, Theologie, Staatsrecht und Chemie. Ab 1986 studierte er in Heidelberg Neuere und Neueste Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Politische Wissenschaft. 1989 wechselte er an die Universität Freiburg i. Br. und begann 1991 mit der Arbeit an seiner Dissertation. Sie hatte die Haltung des Papstes zur europäischen Integration nach 1945 zum Thema. Als Buch wurde die Arbeit mit dem Titel ‚Der Vatikan und die Neuordnung Europas’ 1996 in Frankfurt veröffentlicht.

Nach dem Abschluß seines Studiums wandte Stefan Hörner sich wieder der Wissenschaft zu und ging mit intensiver Archivarbeit der Geschichte der IG Farben während des Zweiten Weltkrieges nach. Auch diese Untersuchung hat Gewicht, sie wurde 2010 an der Freien Universität Berlin als wirtschaftswissenschaftliche Dissertation angenommen, sodann überarbeitet und erweitert und mit dem Titel ‚Profit ohne Moral’ als Buch veröffentlicht (Bremen 2012). Von 2012 bis 2016 arbeitete er an der hiermit vorgelegten Studie über den Luftkrieg. (Aus dem ‚Geleitwort‘ von Prof. Dr. Hans Fenske)

Wissenschaftler und interessierte Laien

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